Rentieren sich AdWords noch?

Bezahlte Suchmaschineneinträge, allen voran Google AdWords, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Der bittere Beigeschmack, der in diesem Zusammenhang entsteht, sind die immer weiter steigenden Preise für die Anzeigen bzw. die Klicks. Da stellt sich die Frage, ob sich Werbung bei Google überhaupt noch rentiert?

Bereits erste große Unternehmen, wie beispielsweise das Versandhaus Baur, haben sich nun aus dem SEM Bereich über Google AdWords aufgrund von Unrentabilität zurückgezogen. Direktor der Neuen Medien bei Baur, Dirk Lauber, hat beschlossen, dass es für sein Unternehmen sinnvoller ist die Prozesse zu optimieren, als noch mehr Geld in AdWords Anzeigen zu stecken.

Vor allem im Retailer Bereich ist diese Entwicklung festzustellen. SEM bewegt sich hier häufig bereits am Limit der Rentabilität. Diese Entwicklungen rufen nun spezialisierte Online Marketing Agenturen auf den Plan, die sich in Sachen Conversion Rate Optimierung auskennen, denn bei 70.000 Euro Einsatz und 75.000 Euro Gewinn, ist der Grad ins Verlustgeschäft ein schmaler. Dieses Risiko sind immer weniger Werbetreibende bereit zu tragen.


Optimierung statt Budgeterhöhung

Neben Conversion Rate Optimierungen werden auch sogenannte Bidmanagement Tools immer stärker nachgefragt. Experten gehen also davon aus, dass in Zukunft eher Geld in die Optimierung als in die Budgeterhöhung gesteckt werden wird. Gleichzeitig gehen sie nicht davon aus, dass sich viele Unternehmen für einen Rückzug aus der Suchmaschinenwerbung entscheiden werden. Dies käme nämlich einer Verkürzung der Ladenzeiten trotz Kunden gleich, was sich in den heutigen Zeiten kein großes Unternehmen leisten könne.

Die Teuerungswelle könnte nach Expertenmeinung aber auch erst ihren Anfang genommen haben, denn die hohen Preise sind bislang erst bei stark umkämpften „Haupt-Keywords“ festzustellen. Weitläufig unangetastet sind bisweilen Long Tail Keywords geblieben. In diesem Zusammenhang ist von einer „nicht flächendeckenden Teuerung“ die Rede.


Optimierung der Landing Page

Jeder, der bereits bei Google bezahlte Anzeigen zur Steigerung der eigenen Popularität verwendet hat, dürfte den Qualitätsfaktor kennen. In Zeiten hoher Klickpreise ist es von besonderer Bedeutung diesen zu optimieren, um für dieselben Platzierungen weniger zu bezahlen.

Einen wichtigen Stellenwert bei der positiven Beeinflussung des Qualitätsfaktors nimmt die Landing Page ein. Hier gibt es nämlich einige Stellschrauben, mit deren Hilfe die Klickpreise nach unten und die Platzierungen nach oben gedrückt werden können.

Dies kann unter anderem unter Zuhilfenahme folgender Maßnahmen realisiert werden:
-    Erstellung hochwertiger Landing Pages, die nach den Regeln der Suchmaschinenoptimierung konzipiert werden.
-    Reduzierung der Ladezeit auf ein Minimum.
-    Darbietung von klaren, relevanten und qualitativ hochwertigen Inhalten.
-    Abstimmung von Anzeigen, Keywords und der Landing Page.

Aber auch über die Anzeigengestaltung selbst kann der Klickpreis verbessert werden. Diese erhöht die CTR (Click Through Rate), welche ebenfalls maßgeblich am Qualitätsfaktor beteiligt ist.


Über den Tellerrand blicken

In Bezug auf AdWords Anzeigen hörte die Werbung bisweilen häufig beim erfolgten Klick auf. Um auch künftig die Potentiale von bezahlten Suchmaschineneinträgen bei Google nutzen zu können, muss hier ein Umdenken in Richtung Usability Optimierung erfolgen. Der User muss sozusagen mehr wertgeschätzt werden, das heißt die Webseite und vor allem die Landing Pages müssen den Wünschen und Ansprüchen der User gerecht werden. Dies verhindert, dass bei vielen Klicks nur wenig Conversions erzielt werden können.


Billige Banner statt AdWords?

Es gibt aber auch gegenteilige Stimmen, die davon ausgehen, dass vor allem Online Shop Betreiber schon große Anstrengungen in Richtung Usability und Conversion Rate Optimierung unternommen haben, weshalb ein weiterer Anstieg der Klickpreise unumgänglich sei. Experten dieser Meinung gehen davon aus, dass vor allem die Banner Werbung von dieser Entwicklung profitieren wird, da hier die Preise im vergangenen Jahr stark gefallen sind.


Fazit

Wie dem auch sei, alle Optimierungsprozesse werden an eine natürliche Grenze stoßen. Ist diese erst einmal erreicht und steigen die Preise für AdWords dennoch weiter, ist von einer Marktbereinigung auszugehen, denn als Folge werden sich viele Unternehmen dazu entscheiden, sich aus dem SEM Bereich zurückzuziehen, was die Preise im Anschluss daran wieder fallen lässt.

Es werden künftig also nur noch solche Unternehmen Vorteile aus Google AdWords ziehen können, die auch dazu in der Lage sind, die Kampagnen zu optimieren und stets den aktuellen Begebenheiten anzupassen.


Quelle: ibusiness

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